Meine Texte

Ich schreibe in verschiedenen Genres. Allerdings befasse ich mich nicht mit Romanen, sondern (zumindest bislang) ausschließlich mit kurzen Texten. So entstanden in den vergangenen Jahren seit September 2012 eine ganze Reihe von Kurzgeschichten und Gedichten aus Erlebtem und Erdachtem oder einer Mischung aus Beiden mit jeweils unterschiedlicher Gewichtung. Einige der Gedichte sind in dem Band „Siehst du den Regenbogen“, der im November 2018 veröffentlicht wurde, enthalten. Im Jahr 2019 eine Sammlung von „Schmunzeltexten“ wie „Wunder der Natur“, „Das Eichhorn“, „Butter-Fly“. Ein Herzenswunsch wird nun ebenfalls wahr: Mein Krimiband „Mitten unter uns“ mit verschiedenen Kurzkrimis, einer Krimigeschichte und Krimigedichten. Hier ein Auszug:

TODESFALLE SMS

Sabine stemmte die Hände in die Hüften und betrachtete die Fliesen in Flur, Küche und auf der Terrasse.
„Alles wieder rein“, stellte sie zufrieden fest. Sie schob den Hochdruckreiniger in die Garage, hängte Haralds Ostfriesennerz an den Haken, stieg aus seinen grünen Gummistiefeln und streifte seine gelben Gummihandschuhe ab. „Jetzt brauche ich zuerst eine heiße Dusche um den ganzen Dreck abzuwaschen“, murmelte sie halblaut vor sich hin. „Dann nehme ich ein ausgiebiges Entspannungsbad und anschließend fahre ich in das Café in der Friedrichstraße und gönne mir ein riesiges Stück Sahnetorte“. Der blaue Sack mit der abgezogenen Bettwäsche, den zusammengerafften Kleidern und den anderen Utensilien lag bereits im Kofferraum. Später auf dem Weg zum Essen in Ladenburg, würde sie Harald bitten, ihn in den Container in der Nähe des Bahnhofs zu werfen.

Der Tag in der Reha-Klinik hatte so unscheinbar begonnen. Völlig relaxed war sie in der Frühe vom Moorbad gekommen, hatte sich in ihrem Zimmer noch ein wenig frisch machen wollen, um anschließend das Frühstück im Speisesaal einzunehmen. Beim Schminken hatte sie einen Blick auf das Display ihres Handys geworfen. Sicher Haralds Antwort auf ihre Mitteilung, dass die Verlängerung, die sie ihm gestern als wahrscheinlich angekündigt hatte, nun endgültig genehmigt war.

„schnucki 1w+. bleib da. bis6“ war dagestanden. Sabine wollte die SMS schon löschen. Da hatte sich wohl jemand bei der Adresse vertippt. Dann war sie stutzig geworden und schaute noch mal auf den Absender. Kein Zweifel, die Nachricht stammte von Harald. Sie hasste diese verstümmelten Texte, das wusste er. Konnte er nicht richtige Worte und Sätze schreiben? Und warum nannte er sie Schnucki? So hatte er noch nie zu ihr gesagt. Irgendetwas stimmte hier nicht. Langsam las sie alles noch einmal Wort für Wort. „1w+“, damit war wohl ihre Verlängerung gemeint. Aber wieso schrieb er: „bleib da“? Es war doch klar, dass sie noch eine Woche blieb. Was aber noch viel verwirrender war – was bedeutete „bis6“? Wollte er sie besuchen? Es dauerte eine Weile, bis sie begriff. Ihr Harald hatte sich offensichtlich eine Ersatzgefährtin zugelegt. Doch nicht nur das. Sie befand sich in ihrem Haus.

© Kira Schmitz

Als gebürtige Mannheimer-Muttersprachlerin habe ich auch einige MundArt-Texte verfasst, wie z.B. „Kalde Bää“,  „Uffm Maagd“, „Gans de Babba“, teilweise gereimt und auch als Rollenstücke bearbeitet. Dieser Teil meiner literarischen Leidenschaft fand bei meinen bisherigen Lesungen immer besonderen Anklang.

Zu meinen Lieblingsarbeiten gehören Kurz- und Kürzestkrimis. Sie werde ich voraussichtlich auch in diesem Jahr in einem Sammelband zur Veröffentlichung bringen. Aus dem Pressebericht vom 21.10.2015 zur „Spätlese“-Lesung: Knisternde Spannung erfüllte den Raum beim Krimi von Kira Schmitz: „Morgenstund“.

Aber auch vor ernsten Themen mache ich keinen Halt. So entstanden z.B. Texte, die sich mit Menschen befassen, die hier bei uns Zuflucht suchen. Unter anderem die Titel „Hautnah“, „Bis auf weiteres…“ und „Ein Hauch von Normalität“.

Einige der genannten Texte sind auch unter http://www.spaetlese-nachlese veröffentlicht.

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© 2019 Kira Schmitz